Thüringen

Die Wartburg bei Eisenach

 

Trutzburg gegen Konventionen


Die ungarische Königstochter Elisabeth lebte als Frau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen auf der Wartburg. Nach dem Tod ihres Ehemannes kehrte sie dem Hofleben den Rücken, um als Spitalschwester in dem von ihr gegründeten Marburger Hospital persönlich für Bedürftige zu sorgen. Sie starb im Alter von 24 Jahren. Vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Aufgrund ihrer Tätigkeit als Krankenschwester wurde sie als Namenspatronin zahlreicher Elisabeth-Krankenhäuser gewählt.

 

Sängerkrieg auf der Wartburg ist eine schrittweise gewachsene Sammlung mittelhochdeutscher Sangspruchgedichte des 13. Jahrhunderts. Das Fresko malte Moritz von Schwind 1838. Das Thema ist von Richard Wagners Oper Tannhäuser bis zu aktuellen Interpreten immer wieder aktuell.

Der Reformator Martin Luther hielt sich hier als „Junker Jörg“ versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel in nur elf Wochen ins Deutsche. Das war 1522 die Geburtsstunde vom Schriftdeutsch.

 

Das erste Wartburgfest mit 500 Studenten von dreizehn Universitäten fand 1817 nach den Befreiungskriegen hier statt. Verfasst wurde das erste deutsche Parteiprogramm mit 35 Grundsätze und 12 Beschlüssen. Das war die Geburtsstunde der Demokratie in Deutschland: „Freiheit und Gleichheit ist das Höchste, wonach wir zu streben haben [...]. Die Obrigkeit reagierte alarmiert. Bis Deutschland wirklich zur Demokratie wurde, vergingen noch 100 Jahre.

Die Rundreise durch Thüringen

Stationen: Eisenach Wartburg | Weimar | Leipzig | Gotha | Erfurt